Der heutige Stand der Medizin

Bei den meisten Menschen schaltet sich das Denken aus, wenn das Wort "Wissenschaft" gebraucht wird. An Stelle dessen tritt der Gedanke: "Aha, Vorsicht - für normale Menschen unverständliches Gebiet, die Fachleute werden schon wissen, was sie tun". Speziell in der Medizin scheint das so zu sein.

Nun, entblättern wir dieses Thema kurz, denn wir sollten sehen, wie wissenschaftlich es wirklich ist; bitte schalten Sie das Denken wieder ein.

"Wissenschaft" wird definiert als: "Geordnetes, folgerichtig aufgebautes, zusammenhängendes Gebiet von Erkenntnissen." (aus Wahrig, Deutsches Wörterbuch). Das ist eine gute Definition, denn sie gibt ein eindeutiges Bild. Andere Wörterbücher nehmen bereits darauf Rücksicht, dass einige Wissenschaft von diesem Ideal abweichen und definieren das Wort schwammiger, indem sie eine Unterscheidung zwischen "exakten Wissenschaften" und anderen "Wissensgebieten" vornehmen. Dies ist eine interessante Entwicklung, die es natürlich nicht geben sollte, - denn warum soll die Medizin "unexakt" sein? Nur weil sie es ist?

Wenn wir uns ansehen, was denn unter Medizinern als "wissenschaftlich" gilt, so können wir eine Formel erkennen. Diese hängt leider sehr mit der Pharma-Industrie zusammen, weil fast alles, was als wissenschaftlich bezeichnet wird, auf pharmazeutische Medikamente gemünzt ist. Die wissenschaftlichen Untersuchungen beziehen sich dabei auf Medikamente, die man verabreicht, um zu sehen, ob sie wirksam sind. Um diese Wirksamkeit zu vergleichen, gibt man dann anderen Versuchspersonen diese Medikamente entweder nicht, oder sie bekommen andere Medikamente oder sie bekommen "Placebos" (damit sie glauben, sie bekommen Medikamente). Noch "wissenschaftlicher" ist dann eine Studie, bei welcher weder Arzt noch Patienten wissen, wer wirksame und wer unwirksame Medikamente bekommt ("doppelblind").

Auf wissenschaftlicher Ebene diskutiert man dann, welche Art die beste sei, und wie man diese Anordnungen noch verbessern könnte. Stets werden ausgefallenere Ausdrücke, jetzt meist aus dem Englischen entlehnte Ausdrücke dafür verwendet, um das noch wissenschaftlicher auszudrücken.

Man könne davon sehr beeindruckt sein. Aber man könnte auch die nackte, von wissenschaftlichem Tamtam entblößte Tatsache betrachten, nämlich dass es der höchste Stand der derzeitigen medizinischen wissenschaftlichen Forschung ist, Chemikalien in den Organismus zu schütten und zu sehen, was passiert.

Dies hat man zur Wissenschaft erhoben, ausgebaut verfeinert, mit leckeren Ausdrücken und Computerprogrammen versehen, etc. In ihrem Wesen jedoch ist diese Herangehensweise sehr, sehr oberflächlich und unwissenschaftlich, wenn wir die Definition von "Wissenschaft" zugrunde legen.

Ich dachte früher, dass wir in der Medizin auch ein "folgerichtig aufgebautes Ganzes" hätten. Aber das ist nicht der Fall. Stattdessen gibt man bei Kopfweh Kopfwehmittel, bei Bauchweh Bauchwehmittel, bei Rheuma Rheumamittel und bei Hautkrankheiten Cortison. Wenn dies auch zugegeben etwas sarkastisch war, so bleibt doch übrig, dass die Medizin voll von trivialen Symptombehandlungen ist, die darauf beruhen, dass "wenn man genug Substanz XY hineinschüttet, es wissenschaftlich erwiesen ist, dass sich die Rheuma-Schmerzen bessern". Und aus.

Woher das Rheuma kommt, und ob man es heilen könne, - das steht nicht einmal zur Diskussion.

Genau genommen handelt es sich dabei um eine pharmazeutische Wissenschaft und nicht um eine medizinische Wissenschaft.

Man gibt Aspirin, weil man "wissenschaftlich" entdeckt hat, dass es Fieber und Entzündung wegmacht. Man ist damit völlig zufrieden, und es gibt keine tatsächliche medizinische Wissenschaft, die dem entgegenhalten würde: Moment mal, du pharmazeutische Wissenschaft, - das Fieber gehört zur Abwehr, und die Entzündung ist ein Teil der Reparaturmechanismen des Organismus, kommt mir nicht in die Quere, und untersteh Dich, mir das zu unterdrücken! Denn wenn du die Abwehr unterdrückst, bekommen wir vermehrt chronische Krankheiten. Und wenn sich ein Organismus auf der Ebene der chronischen Krankheiten befindet, ist das ein Zeichen, dass die Heilkräfte nicht mehr intakt sind, sodass keine Heilung ausgeführt werden kann m(weswegen die Person ja jetzt chronisch krank ist). Man müsse jetzt erst einmal forschen, ob das Aspirin (und die anderen Abwehr-unterdrückenden Mittel) diese Situation mitverursacht haben, und man müsse außerdem jetzt zu aller erst die Selbstheilungskräfte wieder aufrichten, sonst können weitere Maßnahmen nie zu einer Heilung führen.

Sie sehen, was ich meine: ein "folgerichtig aufgebautes Ganzes". Eine medizinische Wissenschaft, die auf Logik aufgebaut ist.

Eine echte medizinische Wissenschaft, ein "folgerichtig aufgebautes Ganzes", würde einer tatsächlichen heilenden Therapie die Türen öffnen, weil die logischen Zusammenhänge vorhanden wären. Leider geschieht das nicht, denn offenbar sind alle mit dem derzeitigen Ablauf zufrieden.

Oder das Denken befindet sich auf diesem Niveau und wird sich kollektiv gegen Reformbestrebungen wehren.

Von einer wirklichen Wissenschaft (sagen wir "exakten Wissenschaft") würde man verlangen, dass sie Ergebnisse bringen kann. Im Falle der Medizin müsste man verlangen., dass sie Krankheiten heilen kann. So wie man von einem Hoch- und Tiefbau-Ingenieur verlangen kann, dass er eine Brücke bauen kann, wo drunter die Schiffe fahren und drüber die Autos und das Ganze nicht zusammenstürzt, so müsste man von der Wissenschaft Medizin verlangen können, dass sie die Leute gesund machen kann. Das kann man in der Akutmedizin (Unfälle, Operationen, etc.), aber das können Sie im Prinzip nicht bei den chronischen Krankheiten, zu dem leider der Krebs auch dazugehört.

Schlimmer noch: sie bemühen sich nicht und es gibt keine Forschung in diese Richtung.

Man könnte also auch sagen: Je besser die Ergebnisse eines Wissensgebietes sind, umso eher ist sie eine Wissenschaft. In bezug auf chronische Krankheiten sieht das sehr schlecht für die Medizin aus. Und gerade die chronischen Krankheiten machen die hohen Kosten aus, die wir alle für diese Drehtürmedizin ausgeben müssen. Man verabreicht den Kranken Medikamente, damit sie die Krankheit länger aushalten. Das hilft nur der Pharma-Industrie. Wenn wir uns das noch genauer betrachten, dann sehen wir, dass der Saat nur diese Medizin "erlaubt", indem er nur diese Medizin bezahlt. Mit anderen Worten: der Staat fragt nicht: "wollen Sie Heilung oder lieber lebenslang Medikamente?", sondern er schöpft von uns allen (per Krankenkasse) das Geld ab und zahlt es direkt an die Pharma-Industrie; die Patienten müssen sich dann auf die "Medikamenten-Variante" begeben.

Wenn Menschen die Wahl hätten, und selber dafür zahlen müssten, würden Sie womöglich nicht so automatisch diesen Weg wählen, der viel kostet und keine Gesundheit bringt.

Ich will nicht sagen, dass Medikamente Unsinn sind, sondern sie sind für den Akutfall geeignet. Zur Heilung muss man völlig andere Maßnahmen ergreifen. Die Medizin ist in der Mitte stehen geblieben und behandelt eine chronische Krankheit, als wäre sie eine täglich wiederkehrende akute.

Wenn wir also auf die Medizin herabschauen, sehen wir - von einer kleinen Distanz aus betrachtet - dass sie auf einer sehr zurückgeblieben Entwicklungsstufe steht, auch wenn sie einen völlig anderen Eindruck vermittelt. Sie steht auf einer "Chemie-Hineinschütten-Und-Schauen-Was-Passiert-Basis". Darauf begründet sich auch die Chemotherapie bei den Krebserkrankungen. Mehr ist nicht dahinter.