Die Rolle des Geistigen in der Gesundheit

Hier möchte ich Sie durch 4 Beispiele dazu motivieren, sich auf Ihre eigenen Beine zu stellen.

In der heutigen Zeit ist es nicht erfolgreich, wenn man sich als Krebs-Patient fallen lässt, keine eigene Initiative entwickelt und sich passiv behandeln lässt.

"Passiv" hat den selben Wortstamm wie "Patient". Das bedeutet, dass man passiv ist, "erduldet", "erleidet" und "der Leidende" ist. - Wenn Sie passiv bleiben, bleiben Sie also - sehr grundsätzlich - in dieser Position. Als erstes sollten Sie sich daher entscheiden, ob Sie "Patient" zu bleiben beabsichtigen oder ob Sie sich daraus erheben wollen.

Krebs ist heilbar, und hier folgen ein paar Beispiele von Patienten, die das nicht geblieben sind!

Alles Gute bei der Lektüre! Ich hoffe, dass diese Artikel Ihnen Mut machen, Ihre Krebskrankheit zu besiegen!!

Einführung

Ein Krebskranker, dessen Krankheit durch die erste Operation nicht völlig ausgemerzt wurde, muss in der heutigen Zeit Außergewöhnliches schaffen, wenn er gesund werden will.

Auch wenn sich die Medizin bemüht, es so darzustellen, als sei die Wissenschaft schon so und so weit, dass man jetzt viel mehr Leute heilen könne, und so weiter, - bleibt die Tatsache dennoch bestehen, dass sie für einen Patienten mit fortgeschrittenem Krebs keine wirkliche Lösung hat.

Man mag viel Therapie machen, man mag durch den weißen Mantel und durch "wissenschaftliches Verhalten" viel Vertrauen vermitteln, aber in den meisten Fällen ist sich der behandelnde Arzt insgeheim völlig bewusst, dass er nichts Wirkliches machen kann, damit der Patient den Krebs überlebt. Meist wird das dem Patienten nicht gesagt, und meist wagt es der Patient nicht, den Arzt über diese unangenehme Tatsache anzusprechen.

Genau an diesem Punkt stockt die Krebs-Therapie. Weder Arzt noch Patient nötigen einander, mehr zu tun, als sich mit den gegebenen Tatsachen abzufinden.

So plätschert es die letzten Jahrzehnte dahin, ohne sich im Prinzip zu ändern, und die Patienten lassen sich bis zu ihrem Tod in trügerischer und unrealistischer Hoffnung zu Ende "behandeln".

In dieser Situation also - wo die Medizin nichts Echtes zu bieten hat (wie etwa ein "Antibiotikum" gegen Krebs, das man sucht) - muss sich der Patient eindeutig über den Zustand der Passivität erheben und mehr tun, als sich einfach nur behandeln zu lassen. Das ist elementar.

Wahrscheinlich war er ohnehin in seinem bisherigen Leben bei bestimmten Sachen zu passiv, hat nicht rechtzeitig etwas Wichtiges in seinem Leben verändert, sodass er in die Krankheit hinein geschlittert ist; das mag jedenfalls so sein.

Will ein Patient über den statistischen Durchschnitt hinausragen, darf er nicht weiter der Leidende, der Passive sein, den es "trifft" (der Punkt, wo der Effekt wirksam wird und die Wirkungen anderer Kräfte zusammenströmen), - sondern der Patient muss zu dem Punkt zu werden, welcher ab nun den Ton angibt.

Es genügt nicht, sich zu sagen: "Die Ärzte werden es schon wissen, was sie tun.". Das glatte Gegenteil ist der Fall! - Der Patient muss wissen, was er tut!

Es mag hart sein, wenn man erkennt, wie sehr es nötig ist, über seinen eigenen Schatten zu springen und wie stabil man darin werden muss, seine eigene Meinung zu erarbeiten und womöglich auch noch bei seiner eigenen Meinung zu bleiben. Man wird plötzlich tausende Ansichten gegen sich haben, - es wird einem stets abgeraten werden, das zu tun, was man selber meint. Speziell Ärzte und Professoren werden dies tun, und sie meinen es sicher gut. Dennoch: bei genauer und ehrlicher Befragung werden sie meist zugeben, dass sie den Patienten nicht retten können.

An diesem Punkt muss sich ein Betroffener fragen, was er denn will. Will er behandelt werden, bis nichts mehr geht? Oder pfeift er darauf, durch Chemotherapie vielleicht einige Wochen länger zu leben und versucht er, das "Unmögliche" möglich zu machen und den Krebs zu besiegen?

Die meisten Patienten gehen in die Falle, dies für unmöglich zu halten, nur weil alle anderen es für unmöglich halten!

Man muss das Elementare dieser Sache erkennen: Es ist nicht die primäre Frage, was man tut (welche Behandlung). Es ist die primäre Frage, WER aktiv ist.

Nach meiner Beobachtung, ist es der Patient selbst, der das Steuer herumreißen kann, oft sonst niemand. Auch viele der Behandlungen, welche ich früher gemacht habe, und eine Anzahl der Krebsheilungen, die unter meinen Fittichen geschehen sind, haben die Patienten selber zustandegebracht, nicht ich. Sie haben meine Maßnahmen übernommen, zu ihren eigenen gemacht und selber an ihrem Gesundwerden konstruiert, bis dies eingetreten ist.

Es erfordert Standhaftigkeit, es erfordert die Fähigkeit, nicht übereinzustimmen, es erfordert Stabilität, unerschütterliche Zuversicht, keine Selbstzweifel, - und all das zu 100 Prozent. Man muss sich irgendwie loslösen von dem "Untergang", von der Angst, sterben oder verlieren zu können. Man muss offenbar frei davon werden, jene Dinge zu tun, die man nach Ansicht anderer tun sollte, - ohne so etwas wie Rückversicherung oder Zweifel.

Wie auch immer: Wir haben die geistige Fähigkeit in uns, das Spiel trotz allem zu gewinnen, und der ganze Zweck dieses Aufsatzes und Berichtes ist es, Sie zu ermutigen, diese Fähigkeit in sich wachzurütteln und aus sich herauszuholen.

Ich kann Ihnen leider nicht sagen, was Sie tun müssen, um in den Zustand hochzuklimmen, in welchem Sie die Krankheit besiegen können. Ich kann Ihnen nur meine Beobachtungen schildern, welche Gesichtspunkte einzunehmen diese Menschen fähig waren, - welche Qualitäten sie offenbar besaßen, dass sie es geschafft haben.

Fall 1: Ein starker Typ

Es war nicht lange her, dass ich meine Praxis als "Naturheilarzt" aufgemacht hatte. Ich hatte zuvor mit einiger Enttäuschung meine medizinische Ausbildung absolviert. - Irgendwie war es das nicht gewesen, was ich mit ursprünglich vorgestellt hatte. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich Krankheiten heilen lernen würde; ich hatte mir vorgestellt, dass ich etwas darüber lernen würde, wie man Menschen gesünder machen würde. Ich hatte mir vorgestellt, ich würde lernen, wie etwa ein Rheumakranker mich aufsuchen würde, und ich würde mich hinsetzen, einen Plan machen, und nach einiger Zeit hat dieser Mensch kein Rheuma mehr.

Aber so war es nicht gewesen. Ich lernte, dass man Kranken Medikamente verabreicht, damit sie ihre Krankheit leichter ertragen können und dabei krank blieben. Erst später habe ich langsam begriffen, dass dies möglicherweise sogar beabsichtigt war, - ein großes weltweites "Spiel", das jemandem dient und nützt, aber nicht den Menschen.

Also war ich nach dieser Ausbildung enttäuscht gewesen und etwas planlos, als ich von einem Freund erfuhr, dass sein Vater in Deutschland Arzt für Naturheilverfahren war und gerne junge Ärzte zur Ausbildung bei sich aufnehmen würde. Das tat ich dann und lernte mit großem Interesse alles darüber.

Plötzlich hatte ich verstanden, worum es ging, wie der Körper funktionierte, warum er die Gesundheit verließ und krank wurde, was tatsächlich "die Natur des Organismus" war, und wie man zur Gesundheit zurückkehren könnte.

So war ich also ausgestattet, als Frau St. zu mir kam. Ich erinnere mich sehr gut daran, obwohl es mehr als 20 Jahre her ist: Sie überholte quasi meine Assistentin, die die Dame hereinführte, begann sofort zu sprechen und fragte mich geschäftig, fast schnippisch: "Ich möchte gerne die Breuss-Kur machen, wissen Sie, was das ist?"

Zum Glück wusste ich das.

Sie war sehr bestimmt. Sie wusste, was sie wollte.

Sie wollte, dass ich sie bei der Breuss-Kur unterstützte. Andere Ärzte hatten das nicht gekannt, sondern hatten stets versucht, ihr alles auszureden und ihr eine andere Behandlung einzureden.

Die Breuss-Kur ist eine 6-wöchige Fastenkur, bei welcher man dem Organismus überhaupt keine Nahrung gibt, damit dieser den Krebs auffrisst und - sozusagen - nicht der Krebs den Körper.

Ich fragte Frau St., ob sie sich nicht setzen wolle, denn sie verhielt sich als wäre sie "auf der Durchreise". Dann fragte ich sie, weswegen sie denn die Breuss-Kur überhaupt machen wolle. So als wäre sie irritiert, wozu der Arzt überhaupt wissen wolle, was für Krankheit der Patient habe, sagte sie, sie habe da einen kleinen Brustkrebs. Irgendwie beiläufig meinte sie das, als wäre das nicht riesig viel, kein großes Problem, aber man müsse es halt in Ordnung bringen.

Ich bat sie, mir den Krebs zu zeigen. Ich sah einen ziemlich großen Tumor, der sich bereits fühlbar hart und knotig in die Achsel hinaufgezogen hatte. Frau St. hatte etwa 50 Kilo zu jenem Zeitpunkt. Ich zweifelte, dass sie diesen großen Tumor "wegfasten" könnte. Aber Frau St. war sehr überzeugt davon und hatte die hundertprozentige Absicht, das so zu machen und nicht anders. Also traute ich mich nicht, das ihr gegenüber in Zweifel zu ziehen. Möglicherweise war sie schon bei anderen Ärzten gewesen, und die hatten sicherlich alles getan, um ihr das auszureden. Wenn ich jetzt etwas dagegen sagte, würde sie das nur abstoßen und ihr nicht weiterhelfen. Aber anderseits wusste ich: so geht das sehr wahrscheinlich nicht gut. Also sagte ich zu, dass ich ihr durch die Kur hindurch helfen würde und wartete auf eine Gelegenheit, wo sie auf eine neue Idee ansprechbar wäre. Aber sie kam nicht. Wir sprachen noch ein bisschen, aber es ergab sich keine Gelegenheit. Frau St. wollte meine Meinung gar nicht hören. Sie war nämlich so von dieser Methode angetan und überzeugt, dass sich keine Gelegenheit ergab, einen neuen Gedanken ins Gespräch einzubringen. Von ihrer Seite war alles gesagt, sie verabschiedete sich und wir vereinbarten, dass sie am Dienstag wiederkommen würde. Ich hatte jeden Augenblick darauf gelauert, ob sich eine Gelegenheit ergab, meine Meinung zu sagen, aber sie kam nicht. Also ging ich mit ihr hinaus. So verabschiedeten wir uns, und sie ging bei der Tür hinaus. Das war der Augenblick, wo die ganze Sache abgeschlossen war, - und in diesem Moment fühlte ich, dass sie in der Lage war, eine andere Idee aufzunehmen.

Ich sagte: "Aber wissen Sie, was ich an Ihrer Stelle tun würde?"

Sie stand auf dem Gang. Sie war sehr erstaunt, aber ich hatte plötzlich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie sagte: "Was?"

Ich dachte einen Augenblick nach und winkte sie zurück ins Besprechungszimmer. Sie folgte mir neugierig.

Ich sagte: "Ich würde mir an Ihrer Stelle den Haupt-Tumor herausschneiden lassen, den Rest - kann ich mir vorstellen - dass Sie ihn wegfasten können." Sie war eine wenig verwirrt und fragte "warum?"

Ich musste vorsichtig sein, um nicht ihre positive Sicherheit zu untergraben, - das war wichtig, wenn nicht elementar. Auf der anderen Seite musste jedoch auch ich als behandelnder Arzt das Gefühl haben, dass die Aktion erfolgreich sein könnte. Und mit dem Fasten alleine - aus meinem Verständnis der Dinge heraus - sah ich keine guten Chancen, denn der Krebs war zu groß.

Also beantwortete ich ihre Frage so: "Weil es möglich ist, dass die Tumormasse zu groß zum Wegfasten ist. Aber wenn man sie durch eine Operation reduziert, dann kann ich mir vorstellen, dass es geht." Bei mir selbst dachte ich: Wenn sie das alles wegzufasten gedenkt, dann ist die Patientin am Ende deutlich geschwächt aber der Krebs noch da. Dann würde sich der Krebs rascher erholen als der übrige Organismus. - Aber das waren "technische" Überlegungen, - diese sind jedoch immer den Absichten und Fähigkeiten der Person selbst untergeordnet!

Nun gut, ich sah, dass ich sie positiv getroffen hatte. Sie überlegte. Irgendwie glaube ich zu erkennen, dass sie nicht sofort zugeben konnte, dass ich recht hatte. Nach einer kurzen Weile sagte sie - kurz angebunden, wie sie sich schon die ganze Zeit verhalten hatte -: "Ich ruf Sie an." Sie bedankte sich und ging.

Nach zwei Stunden klingelte das Telefon und ich wurde mit ihr verbunden. Sie sagte: "So machen wir es." Ich sagte: "Wie?" Sie sagte: "No, so wie besprochen, mit operieren. Zu wem soll ich gehen?"

Ich überlegte rasch: Ich musste jemanden finden, der ihrem "seltsamen" Wunsch stattgeben würde, der die Größe hatte, dem Patienten seinen Willen zu gewähren. Also schickte ich sie zu Professor Denk im Lainzer Krankenhaus. Ich hatte die Szene bereits im vorhinein vor Augen, wie Frau St. zu Professor Denk hineinkommen (wie zu mir) und sagen würde: "Ich möchte, dass Sie mir da bei der Brust nur das Stück Haupt-Tumor herausschneiden, den Rest drin lassen." Ich war mir im Klaren, dass es ihm nicht recht passte, aber dieser Frau traute ich es sofort zu, dass sie es auf unkomplizierte Weise durchsetzen würde, - und Professor Denk schätzte ich so ein, dass er keine Schwierigkeiten machen würde. Ihre Absicht war hundertprozentig und ohne Zweifel. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann würde sie das auch durchsetzen, das war mir klar. Und Professor Denk würde geduldig und gelassen genug sein, das so zu machen. Er würde es sich natürlich unterschreiben lassen, dass es auf ausdrücklichen Wunsch der Patientin so geschehen soll, aber das war nur recht und billig.

Und so spielte es sich dann auch ungefähr ab.

Bald nach der Operation begann Frau St. mit der Breuss-Kur. Sie kam nur einmal zu mir, um den Blutdruck zu messen, aber dann rief sie stets nur an, dass es ihr hervorragend ginge, dass sie fast voll arbeitsfähig sei. Sie habe auch genug zu tun und wolle sich das unnötige Zum-Arzt-Gehen ersparen.

Nach Beendigung der Kur erzählte sie, dass sie am letzten Tag statt des normalen Stuhls zwei Handvoll weiße Masse abgesetzt hatte, - so wie es in der Breuss-Broschüre zu lesen war.

Das war zu jener Zeit das letzte, was ich von ihr hörte.

Ungefähr 16 Jahre später rief sie an. Sie fragte mich, ob ich wisse, wer sie sei. Ich wusste es sofort und fragte sie, was sie von mir brauchte.

Sie sagte: "Ich hab´ da was auf der Leber".

Ups, dachte ich ... Wenn das eine Metastase ist, dann sind das (ich zählte sehr rasch) 16 Jahre, alle Achtung... Ich fragte vorsichtig: "Hat das was mit der Krankheit zu tun?" Sie sagte: "Nein, nein, das ist was anderes."

Ich dachte: "Wahrscheinlich denkt sie sich das zurecht, und es sind doch Metastasen, .... aber nach 16 Jahren...? ... und was soll es anderes sein?" Also zügelte ich meine Neugier, fragte nicht weiter und sagte: "Sehr gut, wir sehen uns dann am Dienstag um 14 Uhr."

Am Dienstag um 14 Uhr legte sie mir einen Blutbefund vor, der erhöhte Leberwerte zeigte. Ein Ultraschall-Befund zeigte nichts. Also konnte man Metastasen praktisch ausschließen und nach 16 Jahren auch darauf verzichten, weitere Untersuchungen zu machen. Frau St. hatte nämlich vor 30 Jahren eine Hepatitis gehabt, war Virusträgerin, und von daher waren die leicht erhöhten Leberwerte zu erklären. Sie war auch abgespannt und müde, was zusammenpasste. Ich gab ihr Vitamine und machte meine "Basisregeneration", um alle Zellen des Organismus wieder auf Vordermann zu bekommen. Nach 3 Wochen war sie wieder die Alte, voller Dynamik und Spitzbübigkeit.

Ich war sehr glücklich über diese Entwicklung.

Meine Bewunderung für diese resolute Dame war sehr groß. Sie hatte mit ihrer kaltschnäuzigen Selbstverständlichkeit den Krebs besiegt, - und das gleich in einem Aufwaschen mit allen ihren anderen Schwierigkeiten, die sie damals hatte. Es war einfach notwendig, diese Dinge in Ordnung zu bringen, und das tat sie ganz einfach.

Mir wurde deutlich, was mir eigentlich klar war, nämlich dass eine Person dass alles machen kann, und dass ein "unlösbares Problem" nur dann unlösbar bleibt, wenn man es in die Hände derer gibt, die es nicht lösen können.

Ich ließ die anderen Krebsheilungen vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen und ordnete diese ein. Im Anschluss daran setzte ich mich hin, ackerte die anderen Fälle durch und dachte mir, es wäre eine gute Idee, Ihnen einige dieser Fälle vor Augen zu führen, - als gute Beispiele dafür, was man als Patient alles zustande bringen kann!

Also gestalteten wir das Buch so, dass wir diese leuchtenden Beispiele selbständig denkender und handelnder Menschen an den Anfang unseres Buches setzten!

Fall 2: Frau B. - Heilung durch geistige Fähigkeit alleine

Diese 68-jährige Dame suchte mich auf, nachdem sie zwei Monate davor an der rechten Brust wegen Krebs operiert worden war. Sie war offenbar eine jener Patientinnen, bei welchen der Operateur ohne zu fragen davon ausgegangen war, dass die Patientin "möglichst wenig Brust verlieren möchte". Dies ist modern geworden, erhöht jedoch die Gefahr, dass man dabei nicht alles entfernt, so dass eine weitere Behandlung (Bestrahlung und Chemotherapie) "gemacht werden muss".

Wie es in der Chirurgie die Regel ist, sollte man beim Krebs "weit im Gesunden" entfernen. Was man also bei der Operation nicht entfernt, das bereitet in der Folge später die meist "unüberwindlichen" Schwierigkeiten, weil Chemotherapie nicht in der Lage ist, einen "normalen" Krebs wegzumachen.

Wenn man als Operateur schon einmal das Konzept "möglichst wenig operieren - weitere Behandlungen werden notwendig" verfolgt, so sollte das mit der Patientin vorher sehr eingehend besprochen werden, wobei auf die Gefahren, Risiken und Nachteile eingegangen werden muss. Manchen Frauen ist das Erhalten der Brust dann plötzlich nicht mehr so wichtig, nachdem sie verstanden haben, was es für lebensgefährliche Nachteile mit sich bringen kann. Es sei auch erwähnt, dass das Vorgehen von Krankenanstalt zu Krankenanstalt bzw. von Arzt zu Arzt sehr stark variiert, - oft auch deswegen, weil gerade diese oder jene Studie gemacht wird.

Bei dieser Patientin wurde also "brusterhaltend" operiert. Die Patientin hatte nicht gewusst, was das bedeutet und was daher auf sie zukommen würde. Sie sollte daher, weil sich der Krebs bereits über ein gewisses Maß ausgebreitet hatte, mittels Bestrahlung und Chemotherapie nachbehandelt werden. Die Bestrahlung sollte in jenen Gebieten die restlichen Krebszellen vernichten, die der Operateur vermutlich übriggelassen hatte, - und die Chemotherapie wird in derjenigen Hoffnung verabreicht, dass sie Absiedelungen an fernen Stellen beseitigen würde, welche möglicherweise bereits entstanden sind. Letzteres ist sehr zweifelhaft und wird wohl nur deswegen gemacht, weil man "nichts Besseres hat".

Die Patientin hatte sich also widerstrebend in die zusätzliche Behandlung gefügt und bereits die erste Chemotherapie bekommen. Die Brust konnte noch nicht bestrahlt werden, weil sie stark geschwollen und entzündet war. Die Patientin war sehr verzagt, weil alles so mistig gelaufen war. Sie wollte keine weitere Chemo und sagte, da würde sie lieber sterben. Sie war sich sehr sicher, dass sie das nicht mehr wollte, denn sie hatte ihren ersten Termin bei mir für jenen Tag vereinbart, an welchem die zweite Chemo stattfinden hätte sollen.

Ich nahm sie also auf und wir behandelten "innerlich" (Infusionen, Injektionen) sowie äußerlich, weil die Brust entzündet war. Sie war sehr den "natürlichen Mitteln" zugetan, und diese halfen auch bei der geschwollenen und schmerzhaften Brust sehr rasch, wo schulmedizinische Mittel nicht halfen, die sie vom Spital und von der Hautärztin bekommen hatte.

Die Patientin wohnte auf dem Lande, war ungefähr hundert Kilometer von Wien entfernt und hatte kein Auto.

Sie war überhaupt nicht sehr therapiefreudig und ließ bisweilen Termine ausfallen. Ich sah bald, dass das nicht gut gehen würde und nicht richtig lief. Daher nahm ich dieses Thema bei ihrem nächsten Besuch auf, und die Patientin versprach, jetzt öfter zu kommen. Aber das hielt nur eine Woche, dann war alles wieder beim Alten: sie kam nicht gerne. Sie hatte wenig "power" und war nicht von der Idee begeistert, all diese Behandlungen zu machen. Ich hatte neben der Therapie wiederholt Befunde gemacht, und leider zeigte sich, dass der Tumormarker stieg und stieg. Im Ganzen gesehen, mit ihrer Stimmung, ergab sich das typische Bild einer Patientin, die es nicht schaffen würde.

Bei einem weiteren Gespräch, das diese Situation lösen sollte, machte ich den Vorschlag, dass sie doch das Büchlein von Breuss lesen solle, - und wenn es ihr zusagt, solle sie in Erwägung ziehen, diese Kur durchführen, weil das nämlich die einzige Behandlung wäre, die sie ganz allein zu Hause machen könne. Sie griff dies tatsächlich auf und meinte, ja, das möchte sie machen. So richtig begeistert war sie auch nicht, verglichen mit der Sache, die sie später fand und auf die wir noch zu sprechen kommen werden. Aber das wusste ich zu jener Zeit noch nicht.

Sie machte also die Breuss-Kur und ich besuchte sie in der Mitte der Kur, um nach ihrem Zustand zu sehen und Blut abzunehmen. Nach der Hälfte der Kur waren die Blutwerte sehr gut und der Tumor-Marker fast im Normbereich. Am Ende der Kur waren die Tumor-Marker völlig im Normbereich. 4 Wochen nach der Kur waren sie noch in der Norm, aber etwas gestiegen. Acht Wochen danach bereits wieder etwas über der Norm, so das man davon ausgehen konnte, dass der Krebs wieder im Wachsen war.

Wieder fiel mir nichts Besseres ein, als sie überzeugen zu wollen, dass es jetzt notwendig würde, mehr denn je, dass sie öfter zur Behandlung kommen müsse.

Das tat sie trotz Versprechungen natürlich nicht.

Stattdessen kam sie eines Tages, setzte sich vor mich hin und begann ganz vorsichtig mit mir umzugehen, - irgendwie als wäre ich der Kranke, dem es gilt, etwas mit Vorsicht klar zu machen. Sie sagte: "Herr Doktor, ich werde die Behandlung nicht weitermachen." Ich war verblüfft. Immerhin war sie gekommen, um mir das zu sagen...

Ich unterdrückte meine Bestürzung und fragte eher interessiert: "Aha, verstehe; - warum nicht?"

"Ich habe da etwas gefunden, was mich gesund machen wird."

"Oh, was ist das?"

Sie überlegte kurz und teilte mir etwas zögerlich mit, dass sie mir das nicht sagen möchte. Ich verstand sofort, dass sie deswegen nicht darüber sprechen wollte, damit sie nicht Gefahr laufen würde, dass man ihr dreinreden wolle oder sie von ihrem Plan abbringen wolle oder ihr das ausreden wolle, was auch immer sie vorhatte.... - all das, was man als Patient von einem Arzt ja erwarten kann...

Ich hatte erkannt, dass hier zum ersten Mal etwas Echtes, das der Patientin am Herzen lag, hochgekommen war. Ich dachte, so wie bisher weiterzumachen, hat ohnehin keinen Sinn. Es muss sich etwas verändern. Ich wusste damals noch nicht, wie ich es mittels Therapien anstellen sollte, also fand ich, dass ich die Eigeninitiative der Patientin unterstützen sollte.

Ich sagte so etwa: "Sehr gut, ich freue mich, dass Sie etwas gefunden haben. Ich bin zwar sehr neugierig, aber ich respektiere, dass Sie es mir nicht sagen wollen und verstehe das auch. Darf Ich Ihnen einen Vorschlag machen?"

"Ja", war sie sogar an meinem Vorschlag interessiert: ich schrieb einige Fachbegriffe von Blutbefunden auf einen Zettel und bat sie, alle sechs bis acht Wochen diese Werte bei ihrem Hausarzt machen zu lassen und mir die Resultate zu schicken.

Sie war mit diesem Vorschlag sehr einverstanden; - ihre gehobene Stimmung war jedoch wahrscheinlich vor allem darauf zurückzuführen gewesen, dass sie von mir keinen Widerstand sondern Unterstützung ihres eigenen Projektes erhalten hatte und dass sie jetzt die Freiheit hatte, das zu machen, was sie tatsächlich wollte. Jedenfalls war sie deutlich erleichtert und wir verabschiedeten uns sehr herzlich.

Nach zwei Monaten kam ein wortloser Bericht über einen Blutbefund, der etwa gleich war, wie der letzte, den ich gemacht hatte. Dann kam nichts mehr.

Es folgten mehrere Jahre, in welchen ich mich hin und wieder im Stillen fragte, was mit dieser Patientin wohl sei. Anfangs dachte ich daran, sie aufzusuchen (ich wusste ja wo sie wohnte), aber dann dachte ich, das wäre wohl zu aufdringlich. Später wagte ich es aber dann eher deswegen nicht mehr, weil sie möglicherweise schon gestorben war. Aber ich vergaß sie nie, und meine Neugier versiegte nie.

Manchmal war ich in ihrer Gegend, aber ich wusste nicht mehr genau, welches Haus es war.

Als ich endlich beschloss, den Kontakt zu suchen, hatte ich den Namen vergessen. Ich durchforstete meinen Computer, bis ich ihn hatte. Ich rief an, aber es "antwortete" ein Fax. Ich dachte: Fax? - das schaut nicht einer allein lebenden älteren Dame ähnlich, so jemand hat eher ein Telefon. Ich versuchte es öfter, aber jedes Mal dieses Fax. Wohnt dort jetzt jemand anderer, der sich viel auf Geschäftsreise befindet und daher sein Fax installiert hatte? - Aber dann würde er ja wenigstens einen Anrufbeantworter haben....

Dann beschloss ich, mein ständiges Fragezeichen, das ich im Kopf hatte, zu entfernen und die Sache aufzuklären. Ich beschloss hinzufahren, denn nun hatte ich ja - zusammen mit dem Namen - die Adresse aus dem Computer gefunden.

Es war ein schöner Frühlingstag und das Land war schön. Ich fragte mich in ihrem Ort nach der Straße durch; den Namen kannte niemand. Vor dem Eingang putzte jemand sein Auto. Ich ging vorbei und suchte den Namen auf der Liste, die sich neben der Haustüre befand. Ich läutete. Niemand reagierte. Ich läutete nochmals, wartete noch kurz und wollte schon weggehen, da öffnete die Türe und heraus kam die Patientin.

Sie hatte etwas zugenommen, erkannte mich sofort als jemanden, den sie kannte, indem ein Aufhellen durch ihr Gesicht ging. Ich dachte: "No, wenigstens bin ich ihr in guter Erinnerung..." Zugleich sagte ich schnell, um ihre Ungewissheit zu zerstreuen: "Ich bin Dr. Kroiss aus Wien, - Sie waren meine Patientin."

Wieder ging das Aufleuchten durch ihr Gesicht, diesmal stärker. Sie war erfreut, mich zu sehen und forderte mich auf hereinzukommen. Es stellte sich heraus, dass sie sich in dieser Gegend auf dem Lande nicht mehr wohl fühlte, und dass sie deswegen das Telefon nicht mehr abnahm. Damit ihre Tochter sie trotzdem erreichen konnte, war das Fax installiert worden.

Sie hatte sich ziemlich zurückgezogen und scheute den Kontakt zu den Menschen. Sie hatte vor, in den nächsten Wochen nach Wien zu übersiedeln. Ein paar Wochen später hätte ich sie nicht mehr gefunden und hätte noch immer das Fragezeichen in meinem Kopf, - bis ans Ende meiner Tage ...

Ich freute mich sehr, sie so wohlauf zu sehen. Vorsichtig brachte ich die Sprache auf ihre frühere Krankheit, - aber jetzt war sie sehr bereitwillig darüber zu sprechen. Sie erzählte, dass sie mir deswegen keine Befunde mehr schicken konnte, weil der Hausarzt sie angeschrieen hatte, was sie sich denn einbilde und dass sie die Chemotherapie machen müsse, etc. Sie lachte.

Dann wollte ich natürlich wissen, was es denn war, das sie gemacht hatte, damit sie ihren Krebs losgeworden war. (Zu jenem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass sie den Krebs auch tatsächlich losgeworden war, aber die Patientin (oder besser: "Nicht-Mehr-Patientin") war sich dessen sicher und so sprach ich ebenfalls in dieser Weise darüber. Darüber hinaus sprach alles Sichtbare dafür: sie hatte zugenommen, hatte keine Beschwerden, und es waren inzwischen 4 Jahre vergangen. Nach allem, was ein Arzt kennt, würde das nicht so sein!)

Ich wollte es also wissen, und jetzt erzählte sie mir bereitwillig von ihren Erlebnissen mit dem Indischen Geistlichen. Als sie Blickkontakt zu ihm hatte, wusste sie sofort, dass sie gesund werden würde, wenn sie seine Religionsgemeinschaft unterstützen würde.

Daher richtete sie alles so ein und tat es. Das war alles.

Wir verabschiedeten uns und vereinbarten, dass sie zuerst nach Wien übersiedeln würde und mich dann in der Praxis zu besuchen, damit wir eine Blutabnahme machen können. Sie tat dies dann auch. Alle Befunde waren in Ordnung und sie willigte ein, dass ich über ihren Fall berichten dürfte.

Diese Fall zeigt, dass der Mensch durch seine geistigen Fähigkeiten alles bewerkstelligen kann.

Außerdem wird einem bei eingehender Betrachtung klar, was für einen Wert es hat, diejenige Behandlung zu machen, "die einem gefällt"! - Verstehen Sie was ich meine? Man würde vielleicht sagen: na ja, sicher, es ist besser eine Behandlung zu machen, die einem Patienten gefällt als eine, die ihm nicht gefällt. Man würde dieser Sache eine gewisse Bedeutung beimessen ...

Aber passen Sie auf: alle möglichen Behandlungen haben und hätten nichts geholfen - und das, was der Person gefallen hatte, war - in diesem Fall - gar keine Krebsbehandlung, - und das hatte sie geheilt!!! - Welche Größenordnung an Wichtigkeit muss diesem Umstand daher beigemessen werden?!!

Fall 3: Maria G.

Eine weitere Geschichte erscheint mir hier von großem Interesse zu sein, weil sie - aus etwas anderer Sicht - wiederspiegelt, wie sehr der geistige Zustand einer Person über krank oder gesund entscheidet, - in diesem Fall: wenn es ihr nämlich plötzlich über die Maßen gut geht. Wir werden das noch genauer definieren.

Die Geschichte: Ich beantworte üblicherweise Anfragen aus dem Internet. Dabei kann jemand, der meine Homepage besucht, ein Formular mit mehreren Fragen ausfüllen und alle seine Fragen stellen. In diesem Falle tat dies der Sohn der betroffenen Patientin. Hier ist ein Auszug aus seiner Anfrage per email: Die Patientin ist meine Mutter. Sie wurde an der Niere operiert, dabei wurde folgendes gemacht: Entfernung der befallenen Niere und der bereits angegriffenen Lymphknoten soweit als möglich, lt. Aussage der Ärzte konnten nicht alle befallenen Bereiche vollständig entfernt werden. Es wurde so weit als möglich alles entfernt, leider besteht laut Aussage der Ärzte nicht mehr sehr viel Hoffnung, dass es zu einer Heilung kommt. Meinem Bruder wurde gesagt: "keine Nachbehandlung in ihrem Zustand sinnvoll; der Tumor (ca. 7cm) dürfte bereits schon 2-3 Jahre gewachsen sein." Leider wurde ein Ultraschall erst bei schlechten Blutwerten veranlasst, und da anscheinend bei dieser Krebsart die Blutwerte sehr spät zu erkennen sind, wurde der Tumor zu spät erkannt.

Meine Mutter ist schon über mehrere Jahre sehr stark depressiv, sie ist auch schon 1-2 Jahre in Behandlung und bekommt die dementsprechenden Medikamente. Weiters leidet sie auch noch unter Bluthochdruck. Sie ist in der Früh immer sehr müde.

Sehr geehrter Herr Doktor, mir ist klar, dass diese Krebsart in diesem Stadium leider nur sehr geringe Heilungs-Chancen hat. Besonders ihre Depression wird der Verbesserung nicht gerade förderlich sein. Ich muss dazu sagen, dass sie leider ihren schlechten Gesundheitszustand nicht weiß.

Es wurde ihr seitens der Ärzteschaft auch nicht direkt gesagt, dass es so schlecht um sie steht.

Würde mein Bruder hier nicht noch einmal einen Oberarzt befragt haben, würden wir alle glauben, dass sie wieder ohne Schwierigkeiten gesund wird. Es könnte sein, dass dies aus Rücksicht um unsere Mutter nicht gesagt wurde.

Es stellt sich nun die Frage, ob es meiner Mutter helfen würde, eine Therapie zu machen, wo sie es dann doch erfahren würde, und sich ihr letzter Lebenswille (Depression) ganz auflöst.

Weiters ist jetzt mein Vater absolut nicht in der Lage, die Wahrheit zu verkraften (wo auch er selbst unter großen gesundheitlichen Problemen leidet - Prostata). Ich möchte auf diesem Weg erfahren, ob es bei dieser Krebsart überhaupt eine theoretische Chance in der alternativen Medizin gibt. - Danke im Voraus für ihre Antwort.

Ich war an diesem Fall sehr interessiert, denn nicht oft bekommt man einen Patienten oder eine Patientin, die sich in körperlich gutem Zustand befindet und wo keine Chemotherapie gemacht wurde. Man verzichtete offenbar in diesem Fall darauf, weil die Patientin seit mehr als 10 Jahren unter Depressionen gelitten hatte und auch derzeit litt. Man schlug offenbar den Weg ein, die Patientin nicht weiter zu belasten, nämlich a) indem man ihr nicht sagte, dass es schlecht aussehe und man ihr daher keine Therapie mehr gab, denn sonst würde sie ja merken, dass es nicht geheilt sei, und b) indem man ihr eine weitere (körperlich belastende) Therapie nicht zumuten wollte, wo es ihr ohnehin so schlecht ging. Es ist aus schulmedizinischer Sicht leicht darauf zu verzichten, weil man aus ärztlicher Sicht sowieso nicht rechnen kann, dass eine derartige Zusatztherapie (Chemotherapie) beim Nierenkrebs etwas bringen würde. (Man sollte diese "therapeutische Belastung" allerdings auch nicht "nicht-depressiven" Patienten zumuten ...)

Jedenfalls bekam ich hier einen unbehandelten Fall, dem also keine Chemo und keine radioaktive Bestrahlung gegeben worden war. Man konnte also mit einem relativ intakten Immunsystem rechnen.

Die einzige Schwierigkeit war es offenbar, die Patientin dazu zu bewegen, zu mir zu kommen. Denn ihr wurde ja gesagt, dass alles operiert sei und sie keine weitere Behandlung bräuchte; - wozu sollte sie also einen Arzt aufsuchen?

Nun ergab sich zusätzlich, dass der eine Sohn sehr dagegen war, so eine Behandlung bei mir zu machen, weil ihm gesagt wurde, es sei nur Scharlatanerie und man würde nur das Geld hinauswerfen. Der andere Sohn war dennoch dafür, weil er alles für seine Mutter tun wollte und weil er trotz allem diese dünne Chance ergreifen wollte. Wir besprachen also, wie wir es angehen wollten und vereinbarten, dass wir nicht den Krebs sondern ihre Depressionen ansprechen wollten. Er fragte also seine Mutter, wie sie sich fühlte und auf welchem Gebiet sie denn eine Verbesserung haben wollte. Sie kam damit heraus, dass sie immer so müde und "fertig" sei und diese "Depressionen" habe, sich morgens gar nicht recht aus dem Bett quälen könne, usw. Der Sohn meinte dann, dass ich vielleicht diesbezüglich helfen könne.

Das sprach sie an und sie kam zu mir. Seltsamerweise war ihr sowieso klar, dass die Sache mit dem Krebs nicht ausgestanden war. - Nach meiner Erfahrung kann man einen Patienten ohnehin nicht wirklich belügen. Man kann ihn nur belügen, wenn er dazu bereit ist, sich selbst zu belügen.

Nachdem die Patientin ihr Herz ausgeschüttet hatte, wollte sie jede Art von Therapie haben. Ich stellte etwas zusammen, das vorerst einmal ihren Allgemeinzustand wesentlich verbessern sollte, ihre Stimmung heben und das Heilvermögen ihres Organismus wieder instandsetzen würde.

Es ging der Patientin bald deutlich besser. Es kam plötzlich sehr viel Leben in sie hinein, sie wurde sehr begeisterungsfähig und voller Tatendrang. Zugleich war sie jedoch vorsichtig und traute sich nichts zu, - so als würde sie erwarten, dass sofort der Rückschlag käme. Es war ihr ja auch lange Zeit schlecht gegangen und hatte unter der Diagnose "Depressionen" psychiatrische Mittel bekommen.

Dazu ist zu sagen, dass die Psychiatrie und die Pharma-Industrie (in ihrer Kombination) eine abträgliche Auswirkung auf die Bevölkerung haben: Wenn irgendwelche geistige Symptome vorhanden sind, werden üblicherweise sofort Drogen verabreicht, was die Ursache überhaupt nicht behebt, sondern genau im Gegenteil die Rückkehr zu einer Heilung mehr als doppelt erschwert. In diesem beschriebenen Fall war die Sache offenbar darauf zurückzuführen, dass die Patientin bereits seit langem an einen schweren Vitamin-Mangel gelitten hatte. Weil in der Medizin dazu falsche Informationen verbreitet werden ("die normale Nahrung habe genügend Vitamine", etc), stehen Ärzte diesen Erscheinungen ratlos gegenüber und kategorisieren sie als "psychisch". Und der Psychiater gibt dann Drogen, wenn dies nicht bereits der Hausarzt tut.

So war es auch bei dieser Patientin abgelaufen. Sie war zudem von ihrem Naturel besonders aktiv und daher vitamin-verbrauchend. Zusammen mit ihrem Zuspruch zum Süßen und zu gezuckerten Getränken war dann das Vitamin-Kontingent im Laufe ihres Lebens recht bald völlig verbraucht, sodass diese Erschöpfung und Müdigkeit und die folgenden Fehldiagnosen entstanden sind.

Die Patientin erholte sich unter meiner Therapie mit vielen Vitaminen, kleinen Ozon-Injektionen, etc. sehr rasch und fragte mich auch bald, was sie mit den psychiatrischen Mitteln nun machen solle. Ich bin da üblicherweise sehr vorsichtig, erstens weil man von Patienten unter Psychopharmaka unberechenbare Aktionen und Reaktionen erwarten muss, zweitens weil die wildesten Zustände und Entzugserscheinungen hervorkommen können, wenn man diese Drogen versucht abzusetzen. Daher hielt ich mich bedeckt, aber die Patientin erkannte meine Abneigung zu diesen Mitteln und ließ sie ab sofort weg, was sie mir erst später sagte. Wie gesagt, sie war so voller Leben und voller Energie, dass sie wild entschossen alles tat, was zu Ihrer Verbesserung führen könnte. Zudem war es ihr ja ein Jahrzehnte altes Problem gewesen, das ihr nie gelungen war, auch nur annähernd in den Griff zu bekommen, - und jetzt sah sie, wie gut es ihr plötzlich ging, - so wie damals als sie jung war, so wie sie es immer wollte. - Also war für sie klar, die Medikamente wegzulassen, die ihr sowieso nichts gebracht hatten.

Durch diesen Aufschwung ging es ihr sozusagen doppelt gut. Ab der 2. Woche der Behandlung hatte ich ihr auch ein naturmedizinisches, pflanzliches Anti-Krebsmittel zum Schlucken gegeben.

Ich machte ständig Kontrollen der Blutbefunde, viel rascher hintereinander als die Krankenkasse bezahlen würde, aber wir brauchten das zur Therapiekontrolle.

Die Patientin entwickelte eine solche Dynamik, welche die letzten Jahrzehnte aufgrund von Mangel, psychiatrischen Drogen und Selbstzweifel ("weil irgendwas mit mir verkehrt sein musste") unterdrückt gewesen war. Ich erwähne diese Heil-Dynamik nicht von ungefähr, denn ich halte sie für den wesentlichsten Faktor in ihrer Heilung, zu der es dann kam. "Es gefällt mir" hat in außergewöhnlicher Weise zugeschlagen. Diese aufstrebende Heildynamik nahm alles mit und brachte alle anderen Mittel, die ich ihr gab, zu ihrer vollen Wirkung und Entfaltung!

Nach einigen Wochen sagte sie: "Herr Doktor, irgendwas ist anders! Irgendwas ist mit mir passiert!".

Jedes Mal, wenn sie kam, sagte sie kopfschüttelnd diese Worte oder etwas derartiges! Sie war sich sicher, dass "irgendetwas passiert sei".

Bald glaubte ich es auch.

Ihre Tumormarker, die anfangs gestiegen waren, gingen zurück. Ich musste jonglieren zwischen "genügend Therapie zu machen, um eine endgültige Heilung zu erzielen" und "nicht übertherapieren, damit sie nicht therapie-müde wird"! Es ging. Mit der Patientin war psychisch überhaupt nichts verkehrt. Sie war sehr verständig und tat alles, um gesund zu werden. Sie brauchte nur ein bisschen Aufmunterung, um ihre Selbstzweifel zu besiegen, die ihr manchmal kamen, denn "es kann doch nicht sein, dass es mir so lange schlecht gegangen war und jetzt geht es mir so gut!?".

Sie fühlte sich geheilt und sagte es mir.

Ich freute mich mit ihr, und wir vereinbarten, dass wir diese Serie der Behandlung fertig machen würden und sie dann abschließen würden. Damit war sie einverstanden. Jedes Mal, wenn sie kam, war sie glücklich. Sie erzählte, was sie nicht alles tat und wie aktiv sie war und wie sie niemand wiedererkennen würde. Sie schwamm echt obenauf. Sie hielt sich von Leuten fern, die ihr das vermiesen würden.

So blieb es die letzten Jahre. Ich besuchte sie kürzlich. Ich konnte sie überreden, einige Befunde zu machen. Dabei kam sie wieder den Ärzten in die Quere, die alles Mögliche mit ihr anstellen wollten, das sie nicht wollte und mit ihrem regionalen Spital, wo die Leute nach Meinung der Patientin wegen irgendetwas beleidigt waren. Aber sie war inzwischen so stabil, dass ihr das alles nichts ausmachte und sie einfach ihren Weg ging. Sie ging daher in ein anderes Krankenhaus, um die betreffenden Befunde zu machen.

Jedenfalls waren die Befunde in Ordnung, und das war es, was uns interessierte. Sie hatte das Thema ad acta gelegt, war hundertprozentig überzeugt, gesund zu sein und - wie sich zeigte - das mit recht.

Bemerkungen: Diese Fall zeigt den Erfolg, den die positiven Emotionen verursachen. Es ist wie eine ständige schöne "positive Musik", welche eine Person in ihrem eigenen Universum und in ihrer unmittelbaren Umgebung verbreitet, wenn es ihr gut geht und wenn sie "obenauf" ist. Mit "positiver Musik" meine ich tatsächlich Schwingungen, aber es handelt sich dabei natürlich nicht um Musik mit Tönen, sondern um die positiven Schwingungen, die durch die positiven Emotionen erzeugt und verbreitet werden. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um elektromagnetische Schwingungen.

Fall 4: Null komma null, Herr Doktor!

Ungefähr vor 5 Jahren kam ein stattlicher Mann zu mir und erklärte, er habe laut Aussage der Professoren im Wiener AKH nur mehr ein halbes Jahr zu leben. Er sagte das eher sachlich, wie ein Geschäftsmann, der sich auf der Suche nach dem richtigen Geschäftspartner befindet, mit der ruhigen Zuversicht, ihn demnächst zu finden. Alles sehr zielgerichtet und sachlich.

Ich sah mir seine Befunde durch und veranlasste selber neue.

Dieser Patient hatte einen Prostata-Krebs in sehr fortgeschrittenem Stadium. Sein PSA-Wert (ein Tumor-Marker) war bei 450 (Normalwert bis 3) und mittels Computer-Tomographie war festgestellt worden, dass sich der Krebs von der Prostata auf dem Lymphwege nach oben in den Bauchraum bzw. hinter den Bauchraum hinauf ausgebreitet hatte.

Er hatte den ausdrücklichen Wunsch, die ihm vorausgesagte Zeitspanne möglichst weit hinauszuschieben, mindestens auf ein ganzes Jahr, denn er hatte noch einiges zu ordnen, was ein Jahr dauern würde und was er unmöglich seiner Frau hinterlassen konnte. Das war sein Ziel und seine Vorgabe. Da das realistisch war, stimmte ich zu.

Wir vereinbarten, in welcher Preiskategorie sich das bewegen durfte, und das war kein Problem für ihn.

Ich begann eine Zusatz-Therapie, wie ich sie bei Krebspatienten üblicherweise anwandte, und noch einige Mittel dazu, weil er sich das leisten konnte. Er hatte von den Urologen im AKH die übliche Hormon-Therapie bekommen, weiter nichts. Das war auch richtig so, denn schulmedizinischerseits war sonst keine Möglichkeit gegeben, und man traktierte ihn nicht mit weiteren Maßnahmen. Man verzichtete dort bei diesem Patienten offenbar auf Scheinbehandlungen, welche dem Patienten nur den Eindruck erwecken sollen, dass etwas geschehe, - jedoch ohne Hoffnung auf Erfolg. Man hatte ihm reinen Wein eingeschenkt, machte die einzig sinnvolle Therapie und ließ ihn gehen. Dies war auch sehr wertvoll für diesen Patienten gewesen, denn er war so gebaut, dass er stets genau wissen musste, was Sache war, damit er seine nächsten für ihn logischen und handfesten Aktionen setzen konnte. Also hat er sich auf die Suche nach weiteren Lösungen begeben, was der nächste logische Schritt war. Es ist zu beobachten, dass auf Fachabteilungen (in seinem Fall: Urologie) in der oben beschriebenen Weise richtig gehandelt wird, während man auf den "onkologischen" Abteilungen ("auf Krebs spezialisiert") mit großer Selbstverständlichkeit Therapie auf Therapie folgen lässt und man den Patienten nicht darüber aufklärt, dass selbst die Ärzte nicht an Heilung glauben und den Patienten eigentlich schon längst aufgegeben haben.

Bei diesem Herrn war das also nicht so gewesen, sodass er seine nächsten logischen Schritte tun konnte. Und er tat sie. Er war sehr interessiert an allen Anwendungen und er war mit großer eigener Intensität bei jedem einzelnen Schritt bei der Sache.

Inzwischen haben wir einander sehr zu schätzen gewonnen und haben uns angefreundet, also denke ich, er wird mir verzeihen, wenn ich unsere Zusammenarbeit etwas humorvoll überzeichne. Ich tue das mit Absicht, denn ich will zeigen, wie er es auf seine individuelle Weise anstellte, selbst an seiner Gesundheit zu basteln.

Ungefähr einmal in der Woche wollte er zusätzlich zu der routinemäßigen Behandlung zu einem Gespräch zu mir. Ich wusste schon, was mich erwartete. Er setzte sich nieder und begann eine ausschweifende geschäftsmäßige Einleitung. Jedes Mal. Ich wartete sie geduldig ab. Ich hatte sie anfangs irgendwie abwürgen wollen, denn es wartete der nächste Patient draußen und ich hatte noch viele andere Dinge zu erledigen. Aber jedes Mal wurden die Erklärungen dadurch nur vermehrt, sodass ich lernte, mit dieser Situation umzugehen: ihn lieber nicht zu unterbrechen, denn sonst dauert es noch länger. Ich erwähne das, weil es eines der vielen Zeichen dessen war, dass sich dieser Mann durch andere nicht von seinem Weg abbringen ließ. Es war ein echtes Merkmal an ihm. Danach kam er dann zur Sache. Beispielsweise sagte er: "Herr Doktor, Sie haben mir geraten, Körner zu mahlen und diese auf die verschiedensten Arten zuzubereiten. Ich muss mich noch für das Buch bedanken, denn das ist sehr aufschlussreich. Meine Frau hat sich zusätzlich noch einige andere besorgt und entwickelt sich zum Fachmann. Ich wirke auch dabei mit, weil es ja schmecken soll, wir mischen das beispielsweise mit ... und bereiten es .... zu. Aber ich will Sie nicht langweilen. Meine Frage ist die folgende: Sie sagten, ich solle Körner essen. Wie ist es mit Dinkel?" Ich dachte, er soll zum Kuckuck Dinkel essen, warum bringt er das Thema auf den Tisch? Ich sagte: "Dinkel ist ein sehr wertvolles Getreide! Was meinen Sie jetzt genau?". Also entwickelte sich eine Diskussion über Dinkel und andere Getreide und wie man sie zubereiten solle. Ich bin kein Koch und kein Zubereiter von Mahlzeiten, also konnte ich ihm natürlich nicht wirklich weiterhelfen, aber in diesen Gesprächen entwickelte sich für ihn offenbar immer mehr Sicherheit, die er brauchte, um das Richtige zu tun und eine ausgiebige Idee davon zu bekommen. Er brauchte das offensichtlich, um in seinem Denken und in seinem "Weltbild" all das so einzurichten, dass es Sinn machte und an seiner Gesundheit vorwärts arbeitete. Das wurde mir natürlich erst viel später in der vollen Bedeutung klar. Aber zu den jeweiligen Zeitpunkten der Gespräche war ich einfach für ihn da gewesen, wie es die Höflichkeit erforderte, und auch weil ich merkte, dass es für ihn und unser Ziel tatsächlich wichtig gewesen war. Ich hatte auch viel daraus gelernt.

Also bewegten wir uns vorwärts, und der PSA-Wert sank und sank. Ich führte das hauptsächlich auf die Hormon-Therapie zurück und nur zum geringeren Teil auf meine, so wie es vereinbart war. Es ging ihm ganz ausgezeichnet, was ich hauptsächlich auf meine Therapie zurückführte. Er erzählte mir jedes Mal, dass er in den Handhabungen seiner Geschäfte wieder ein Stück weitergekommen war. Er freute sich sehr über den Rückgang des PSA. Einmal fragte er mich, was ich denn davon hielt, und ich versuchte ihm den realistischen Gedanken beizubringen, dass dies nicht für immer so sein werde. Später erzählte er mir darüber, und zu meinem Schrecken erfuhr ich, dass ihn das in seiner persönlichen positiven Sicht auf abträgliche Weise beeinflusst hatte. Aber er erzählte mir dann auch, dass ihn solche Äußerungen von Ärzten nur ein bis zwei Stunden ins Wanken bringen konnten, dann war seine Zuversicht wieder voll und unbeschnitten. Ich als "Alternativmediziner" achte nämlich stets besonders darauf, dass ich mich an die Gesetze halte. Denn es ist streng verboten, ein Heilversprechen abzugeben, obwohl eine derartige Aussage doch tatsächlich der "Plazebowirkung" sehr zunutze kommen würde. Mit anderen Worten: der Patient kann umso besser an seiner Gesundheit basteln, umso überzeugter er ist, dass es gelingt. Aber durch die Gesetzeslage darf der Arzt dies nicht tun, sondern die "uneingeschränkte Positivität" muss vom Patienten kommen. Diese "Dämpfer" (wie zum Beispiel: "Der PSA-Wert wird wahrscheinlich in absehbarer Zeit wieder ansteigen") hatten offenbar auch ihr Gutes, denn das stärkte bei diesem Mann dessen eigene Kraft, auch gegen die Meinung anderer zur eigenen Sicherheit zurückzufinden. Eines Tages fragte er mich: "Sagen Sie, Herr Docktor, soll ich denn nicht zu rauchen aufhören?"

Ich war schon ein wenig baff. Dann formulierte ich: "Wenn sie alles tun möchten, um gesund zu werden, dann wäre das natürlich gut." Gestählt von zahlreichen Vorträgen, die ich immer wieder gehalten hatte, war ich bereits ein kleiner Experte darin geworden, mich mit einer geschickten Formulierung aus einer Situation herauszuretten. Zumindest bilde ich mir das ein.

Jedenfalls hörte er auf zu rauchen.

So bastelte er Schritt für Schritt an seiner Gesundheit.

Man muss das verstehen: In seinem "Universum" gab es keinen Punkt mehr, der nicht stimmte. Er dichtete sozusagen alles ab, was ein Loch offen lassen konnte, wodurch die Gesundheit untergraben werden könnte. Er besprach das Thema Sex mit seinem Urologen, zu dem er ebenfalls eine persönliche Verbindung aufgebaut hatte, und er ordnete sein sexuelles Verhalten ebenfalls so, wie er es nach seiner eigenen Beurteilung für zielführend erachtete. Der springende Punkt ist meines Erachtens der, dass ER bastelte und dass er BASTELTE. Man möge sich das durchdenken.

Nach einem Jahr (man hatte ihm ein halbes Jahr Überlebenszeit gegeben) war sein PSA-Wert auf 0,0 abgesunken, was nicht zu erwarten gewesen war. Nach seiner Erzählung hatte ich ihn noch einmal gewarnt, dass dies wahrscheinlich nur vorübergehend sei (ich konnte mich nicht so genau daran erinnern), und er hatte wiederum nach 2 Stunden seine Fassung wiedererlangt, indem er meine Meinung eben meine Meinung sein ließ. Es war meine medizinische Meinung, und diese medizinischen "Normalitäten" beschreiben lediglich die Mechanik. Die Mechanik wird immer so sein, wie sie sein muss. Aber wir Menschen sind befähigt, diese Mechaniken zu verändern und sie unseren Absichten unterzuordnen. Das Geheimnis bei dieser Sache ist es, dass diese Mechaniken im Grunde immer schon von uns erschaffen und gestaltet wurden, aber wir sind uns dessen nicht bewusst. Stattdessen sagen wir: "Wir müssen uns nach den Gegebenheiten richten". Und damit liegen wir genau verkehrt. Wer das sagt, der sagt: "Die Mechaniken sind meiner Einfluss-Kraft übergeordnet". Dann ist es eben so. Dann ist man wie ein Beamter, der zu einer Mechanik geworden ist. Er wird sich nicht daraus erheben, sondern immer nur die mechanischen Abläufe befolgen. Ein Erfinder ist das genaue Gegenteil. Er wird sagen: "Alle diese Mechaniken ordne ich meiner Gestaltungskraft unter, und ich erschaffe etwas, das es noch nicht gibt." Und er tut es. So entstanden Autos, Segelflieger, Hubschrauber, Computer und Heilungen.

Jeder ist in seiner Art ein Künstler und Erfinder. Wenn er es nicht ist, dann ist er es eben nicht.

Verwechseln Sie das nicht mit "positivem Denken", wo jemand die Realität nicht sieht bzw. alles nur rosarot denkt. Ein Erfinder, der die Realität nicht sieht, wird nichts erfinden. Ein Patient, der sagt, es wird schon werden, ich denke ja ohnehin so rosarot, wird es auch nicht schaffen. Das Geheimnis ist es, sich aus der Übereinstimmung zu erheben, und sich nicht dem unterzuordnen, "wie die Dinge sind". Es ist beobachtbar, dass diejenigen erfolgreich sind, die uns Ärzten nicht glauben, wenn wir sagen: "Sie als Patient sind selbstverständlich der Mechanik untergeordnet und werden in einem halben Jahr sterben. Glauben Sie uns, wir kennen die Mechanik!". Oder gar: "Denken Sie gar nicht, bleiben Sie regungsloser Patient. Wir übernehmen das Denken für Sie und behandeln Sie (wenn auch wir selber selbstverständlich wissen, dass Sie es keine Chance gibt, denn WIR kennen ja die Mechaniken)". Oder so, - Sie verstehen schon, was ich meine.

Zum Überleben und zum Siegen gehört also mehr. Dieser Patient zeigt uns, wie er "nicht übereinstimmen" konnte, wie er an seiner Gesundheit auf seine ihm eigene Weise bastelte, bis sie eintrat. Er war Erfinder und positiver Gestalter der Mechaniken.

Nach eineinhalb Jahren, als der PSA zwischen 0,0 und 0,02 pendelte, beschlossen wir, mit der Behandlung in meiner Praxis aufzuhören, nachdem wir die Intervalle ohnehin bereits immer mehr verlängert hatten. Eine eingehende Röntgenuntersuchung zeigte keine Tumore mehr.

In den folgenden Jahren begrüßte er mich jedes Mal, wenn er um seine Vitamine und die Kräuter kam, mit "Null komma Null, Herr Doktor", und salutierte!

So kenne ich ihn seither.

Vor einem Jahr kam er wieder und wollte mich sprechen. Er wurde zu mir hereingeführt. Er nahm Platz und ich bemerkte, dass er diesmal nicht seine freudige "Oberwasser-Miene" hatte. Er wirkte besorgt und irritiert. Er sagte ohne die langen Umschweife, nur mit einer kurzen Einleitung: "Herr Doktor, ich habe da eine Frage. Ich war im AKH, und man schlug mir vor, einen Vivisektion zu machen. Was sagen Sie dazu?" Ich war getroffen, wusste aber im ersten Moment nicht wieso und wodurch. Ich dachte: "Vivisektion? Vivisektion? Was ist das?" Natürlich wusste ich, was Vivisektion war. Allein das Wort sprach für sich, denn es war einfach aus dem Lateinischen zu übersetzen. Ich war im Denken blockiert, so wie es einem passiert, wenn etwas völlig Unvernünftiges passiert und es einem einfach nicht gelingt, Logik in den Zusammenhang zu bringen. Ich hörte mich fragen: "Vivisektion? Vivisektion? Was ist das?" Der Patient antwortete: "Das bedeutet, die wollen mich aufschneiden und nachschauen, ob wirklich nichts mehr da ist. Denn das haben sie noch nicht gesehen und sie wollen es in einer wissenschaftlichen Zeitung veröffentlichen, - und das können sie nur, wenn sie nachgeschaut haben." Ich rang nach Fassung. Ich wollte schon etwas Unpassendes über andere Ärzte sagen, und das tut man nicht. Ich wollte irgendetwas sagen, das der Situation angemessen war, wobei ich diplomatisch umgehen wollte, und dennoch jetzt und hier meinen aufgestauten Unmut über die Borniertheit mancher Schulmediziner loslassen.

Der Patient bemerkte, dass ich nach Worten ringend fast vom Stockerl fiel, begann seine sorgenvolle Miene zu verlieren, grinste, stand auf und sagte: "Ach, Sie sind also auch der Meinung, dass ich das nicht machen sollte!!??" "Ungefähr das meine ich, ja!" - Und so war er wieder alle Sorgen los, ging hinaus, salutierte mit "Null komma Null" und war weiterhin guter Dinge.

Mir war langsam klar, warum diese Medizin so wenigen Leuten helfen konnte und so wenige Leute heilen konnte: weil sie nicht immer die Ziele der Patienten verfolgen, sehr viele andere Interessen haben und sehr oft jenen "Siegeswillen" vermissen lassen, der Außergewöhnliches zustandebringen könnte. Die Wissenschaft ist meist mit sich selbst und beschäftigt, und die Wissenschaftler mit ihrem eigenen Fortkommen.

Und aus diesem Grunde muss ein Patient die seinen Geschicke in die Hand nehmen. Ist das verständlich?

Nur wer seine Geschicke tatsächlich und wirklich - und offenbar gegen die Anstrengungen anderer - in die eigenen Hände nimmt, nach seiner eigenen Facon an der Gesundung bastelt, sich seine Ärzte aussucht und diese dann genau dafür gebraucht, wofür sie zu gebrauchen sind, - der hat offenbar die Chance zu gewinnen!